Immobilienlexikon · Buchstabe G · GrEStG

Grunderwerbsteuer – einfach erklärt für Immobilienkäufer

Die Grunderwerbsteuer ist die größte Einzelposition bei den Kaufnebenkosten. In Mecklenburg-Vorpommern beträgt sie 6,0 % des Kaufpreises – das sind bei 300.000 Euro stolze 18.000 Euro.

Ohne Zahlung der Grunderwerbsteuer keine Eigentumsumschreibung im Grundbuch. Das Finanzamt erteilt erst nach Eingang die sogenannte Unbedenklichkeitsbescheinigung – ohne sie bleibt der Käufer rechtlich gesehen kein Eigentümer. Was genau besteuert wird, welche Ausnahmen es gibt und wie die Steuer in Rostock konkret wirkt, klärt diese Seite.

6,0 %Steuersatz in MV
18.000 €bei 300.000 € Kaufpreis
~4 Wo.Zahlungsfrist
§ 1 GrEStGRechtsgrundlage
Definition · GrEStG

Die Grunderwerbsteuer (GrESt) ist eine Ländersteuer, die beim Erwerb von Grundstücken und Immobilien anfällt. Sie wird auf Basis des Kaufpreises berechnet und ist vom Käufer zu zahlen. Die Höhe variiert je nach Bundesland zwischen 3,5 % und 6,5 %. In Mecklenburg-Vorpommern gilt ein Steuersatz von 6,0 %. Rechtsgrundlage ist das Grunderwerbsteuergesetz (GrEStG).

Steuersatz im Bundesvergleich
6,0 % in MV – das obere Drittel
Die Grunderwerbsteuer ist Ländersache. Der Unterschied zwischen dem günstigsten und teuersten Bundesland beträgt 3 Prozentpunkte – bei 300.000 € Kaufpreis sind das 9.000 € Unterschied.

3,5 % – Bayern, Sachsen

Die günstigsten Bundesländer. Bei 300.000 € Kaufpreis: 10.500 € GrESt.

6,0 % – MV, Hamburg, Berlin u. a.

In Rostock: bei 300.000 € fallen 18.000 € GrESt an. 7.500 € mehr als in Bayern.

6,5 % – Brandenburg, NRW u. a.

Der Höchstsatz. Bei 300.000 € Kaufpreis: 19.500 € GrESt.

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Ablauf
Von der Beurkundung bis zur Unbedenklichkeitsbescheinigung
Nach dem Notartermin läuft ein fester Prozess – drei Schritte, die jeder Käufer kennen muss.

1. Notar meldet den Kauf

Der Notar ist gesetzlich verpflichtet, den Kaufvertrag innerhalb von zwei Wochen dem Finanzamt zu melden.

2. Steuerbescheid kommt

Das Finanzamt schickt dem Käufer den Grunderwerbsteuerbescheid. Zahlungsfrist: in der Regel vier Wochen.

3. Unbedenklichkeitsbescheinigung

Nach Zahlungseingang stellt das Finanzamt die Bescheinigung aus. Erst damit kann das Grundbuchamt die Eigentumsumschreibung vornehmen.

Zeitfaktor: Zwischen Notartermin und Eigentumsumschreibung vergehen in Rostock typischerweise 6 bis 12 Wochen – die Grunderwerbsteuer ist dabei selten der Engpass, aber ohne sie geht nichts.
Ausnahmen
Wann fällt keine Grunderwerbsteuer an?
Das GrEStG kennt mehrere Befreiungstatbestände. Die wichtigsten im Überblick:
Erwerb von Ehepartnern / LebenspartnernGrundstücksübertragungen zwischen Eheleuten oder eingetragenen Lebenspartnern sind steuerfrei (§ 3 Nr. 4 GrEStG). Das gilt auch bei Scheidung.
Erbschaft und SchenkungErwerbe von Todes wegen und Schenkungen unter Lebenden unterliegen nicht der Grunderwerbsteuer, sondern der Erbschaft-/Schenkungsteuer. Aber: Wenn der Erbe das geerbte Grundstück weiterverkauft, fällt für den Käufer ganz normal GrESt an.
Geringfügige ErwerbeKaufpreise unter 2.500 € sind steuerfrei (§ 3 Nr. 1 GrEStG) – in der Praxis bei Immobilien irrelevant.

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Regional
Grunderwerbsteuer in Rostock & MV
Zuständig für die Erhebung ist das Finanzamt Rostock. Einige regionale Besonderheiten:

Hohe Belastung bei günstigen Objekten

In Stadtteilen wie Dierkow oder Toitenwinkel mit Kaufpreisen ab 80.000–120.000 € für Eigentumswohnungen fallen 4.800–7.200 € GrESt an. Relativ zum Kaufpreis wirken die 6 % hier besonders schwer auf die Gesamtrendite von Kapitalanlegern.

Neubauprojekte

Bei Bauträgerverträgen bemisst sich die GrESt am Gesamtpreis (Grundstück + Gebäude), sofern ein einheitlicher Vertrag vorliegt. In Warnemünde oder der Stadtmitte kann das bei Neubauten ab 400.000 € schnell 24.000 € und mehr GrESt bedeuten.

Häufige Fragen
FAQ zur Grunderwerbsteuer
Kann ich die Grunderwerbsteuer in MV reduzieren?
Nur in Ausnahmefällen. Wenn bewegliche Gegenstände (z. B. Einbauküche, Markise) im Kaufvertrag separat ausgewiesen werden, fällt darauf keine GrESt an. Die Beträge müssen realistisch sein – überhöhte Ansätze erkennt das Finanzamt. Ansonsten gilt: Der Steuersatz von 6,0 % ist nicht verhandelbar.
Wann muss die Grunderwerbsteuer gezahlt werden?
Nach Erhalt des Steuerbescheids – die Frist beträgt in der Regel vier Wochen. Erst nach Zahlung stellt das Finanzamt die Unbedenklichkeitsbescheinigung aus, ohne die das Grundbuchamt die Eigentumsumschreibung nicht vornimmt.
Zahlt der Verkäufer auch Grunderwerbsteuer?
Nein. Die GrESt schuldet der Käufer. In seltenen Fällen vereinbaren Käufer und Verkäufer im Kaufvertrag eine abweichende Kostentragung – aber gegenüber dem Finanzamt bleibt der Käufer der Steuerschuldner.
Gibt es Ausnahmen von der Grunderwerbsteuer beim Immobilienkauf?
Ja, das Grunderwerbsteuergesetz kennt mehrere Befreiungstatbestände. Grundstückübertragungen unter nahen Angehörigen in gerader Linie (z. B. Eltern an Kinder) sind steuerbefreit, ebenso Erbschaften und Schenkungen. Auch der Erwerb durch den Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartner ist befreit. Für Investoren in Rostock, die Immobilien über Gesellschaftskonstruktionen erwerben, gibt es zudem Share-Deal-Regelungen – diese sind jedoch seit den Gesetzesänderungen 2021 deutlich eingeschränkt worden.
Wann muss die Grunderwerbsteuer in Mecklenburg-Vorpommern bezahlt werden?
Das Finanzamt stellt nach notarieller Beurkundung des Kaufvertrags einen Grunderwerbsteuerbescheid aus. Die Steuer ist in der Regel innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe des Bescheids fällig. Erst nach Zahlung und Vorlage der sogenannten Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamts darf das Grundbuchamt die Eigentumsumschreibung vornehmen. In Mecklenburg-Vorpommern beträgt der Steuersatz aktuell 6 % des Kaufpreises.

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HinweisDieser Lexikoneintrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Alle Angaben ohne Gewähr. Stand: 2025/2026 – Büchel Immobilien Rostock.
Quellen: Grunderwerbsteuergesetz (GrEStG), Finanzministerium MV, Gutachterausschuss Rostock. Letzte Aktualisierung: April 2026. Alle Angaben ohne Gewähr.
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