Immobilienlexikon · Buchstabe N
Notaranderkonto – einfach erklärt
Das Notaranderkonto ist ein Treuhandkonto beim Notar, über das der Kaufpreis abgewickelt wird. Es schützt beide Seiten: Der Verkäufer bekommt das Geld erst, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind – und der Käufer zahlt erst, wenn alles abgesichert ist.
In der Praxis wird das Notaranderkonto bei Immobilienkäufen seltener genutzt als viele denken. In den meisten Fällen reicht die sogenannte Direktzahlung. Aber es gibt Konstellationen, in denen ein Treuhandkonto die sicherere Wahl ist.
Definition: Was ist ein Notaranderkonto?
Ein Notaranderkonto (auch: Anderungskonto) ist ein Treuhandkonto, das ein Notar für eine konkrete Transaktion führt. Der Käufer überweist den Kaufpreis auf dieses Konto, und der Notar leitet den Betrag erst an den Verkäufer weiter, wenn sämtliche im Kaufvertrag vereinbarten Fälligkeitsvoraussetzungen erfüllt sind – insbesondere Auflassungsvormerkung, Lastenfreistellung und ggf. Vorkaufsrechtsverzicht.
Notaranderkonto vs. Direktzahlung
Bei den meisten Immobilienkäufen kommt heute die Direktzahlung zum Einsatz: Der Käufer überweist direkt an den Verkäufer, nachdem der Notar die Fälligkeitsmitteilung erteilt hat. Das Notaranderkonto ist nur noch bei berechtigtem Sicherungsinteresse zulässig:
Was kostet ein Notaranderkonto?
Die Gebühren richten sich nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) und sind abhängig vom Kaufpreis. Als Faustregel: Die Hebegebühr für das Notaranderkonto beträgt ca. 0,1 bis 0,25 Prozent des verwahrten Betrags – bei einem Kaufpreis von 200.000 € also 200 bis 500 €.
Notaranderkonto in Rostock – wann es vorkommt
In der Rostocker Praxis sehen wir das Notaranderkonto vor allem bei:
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Häufige Fragen zum Notaranderkonto
Muss bei jedem Immobilienkauf ein Notaranderkonto eingerichtet werden?
Nein. In der Mehrheit der Fälle wird heute per Direktzahlung abgewickelt. Der Notar darf ein Anderkonto nur einrichten, wenn ein berechtigtes Sicherungsinteresse vorliegt (§ 54a Abs. 2 BeurkG) – also bei komplexen Zahlungsströmen, Lastenfreistellung oder Erbengemeinschaften.
Wer trägt die Kosten für das Notaranderkonto?
Im Kaufvertrag wird geregelt, wer die Kosten übernimmt. In Rostock ist es üblich, dass der Käufer die Notarkosten insgesamt trägt – einschließlich einer eventuellen Hebegebühr für das Anderkonto. Es kann aber auch eine Teilung vereinbart werden.
Wie lange bleibt das Geld auf dem Notaranderkonto?
Bis alle Fälligkeitsvoraussetzungen erfüllt sind – in der Regel einige Tage bis wenige Wochen. Bei komplizierten Grundbuchverhältnissen oder verzögerter Lastenfreistellung kann es länger dauern. Zinsen gibt es auf dem Anderkonto normalerweise nicht.
Was ist der Unterschied zwischen Notaranderkonto und direkter Käuferzahlung?
Beim Notaranderkonto zahlt der Käufer den Kaufpreis auf ein Treuhandkonto des Notars – der Verkäufer erhält das Geld erst, wenn alle vertraglichen Bedingungen erfüllt sind. Bei der direkten Zahlung überweist der Käufer direkt an den Verkäufer, sobald die Auflassungsvormerkung eingetragen ist. Das Notaranderkonto bietet mehr Sicherheit, ist aber mit zusätzlichen Kosten verbunden.
In welchen Fällen ist ein Notaranderkonto beim Immobilienkauf sinnvoll?
Ein Notaranderkonto empfiehlt sich besonders, wenn noch Belastungen im Grundbuch gelöscht werden müssen, eine finanzierende Bank des Verkäufers eingebunden ist oder besondere Unsicherheiten auf Verkäuferseite bestehen. In Rostock nutzen viele Käufer das Anderkonto bei Neubaukauf oder komplexen Kettengeschäften. Der Notar übernimmt dabei die vollständige Abwicklungskontrolle.
Welche Zinsen werden auf dem Notaranderkonto gutgeschrieben?
Das Notaranderkonto ist ein Treuhandkonto – Zinsen werden nur bei längerer Verwahrungsdauer gutgeschrieben und stehen dem Käufer bzw. dem vertraglich Berechtigten zu. In der Praxis sind die Beträge bei kurzen Verwahrungszeiträumen gering. Wichtiger als die Verzinsung ist die rechtliche Sicherheit, die das Konto bietet.
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