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Immobilienlexikon

Sondernutzungsrecht – Exklusive Nutzung in der WEG

Ein Sondernutzungsrecht gibt einem WEG-Eigentümer das alleinige Recht, bestimmte Teile des Gemeinschaftseigentums zu nutzen – etwa einen Garten, Stellplatz oder Kellerraum.

Anders als beim Sondereigentum bleibt die Fläche rechtlich Gemeinschaftseigentum. In Rostock ist das vor allem bei Gartenanteilen in sanierten Altbauten und Stellplätzen in Neubauprojekten relevant.

§ 5 Abs. 4WEG-Grundlage
GrundbuchAbsicherung
ExklusivNutzungsrecht
Kein EigentumRechtsstatus
Definition

Das Sondernutzungsrecht berechtigt einen einzelnen Wohnungseigentümer, bestimmte Teile des Gemeinschaftseigentums unter Ausschluss der übrigen Eigentümer allein zu nutzen. Es wird in der Teilungserklärung begründet und im Grundbuch eingetragen. Typische Beispiele sind Gartenflächen, Kfz-Stellplätze und Kellerräume.

Grundlagen
Sondernutzungsrecht vs. Sondereigentum
Beide Begriffe werden oft verwechselt – der Unterschied hat erhebliche rechtliche und wirtschaftliche Konsequenzen.

Sondernutzungsrecht

Die Fläche bleibt Gemeinschaftseigentum, wird aber exklusiv von einem Eigentümer genutzt. Bauliche Veränderungen brauchen in der Regel einen WEG-Beschluss. Beispiele: Garten, Terrasse, Stellplatz, Dachboden.

Sondereigentum

Die Fläche gehört dem Eigentümer allein. Er kann sie frei gestalten und trägt die Instandhaltungskosten. Beispiele: Wohnräume, Innenwände, Bodenbeläge. Die Zuordnung erfolgt durch den Aufteilungsplan.

Wichtig: Ein Sondernutzungsrecht erhöht den Wert einer Wohnung, ist aber kein Eigentum. Es kann nicht separat verkauft werden – es ist immer an die jeweilige Einheit gebunden und wird mit ihr übertragen.

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Entstehung & Absicherung
Wie wird ein Sondernutzungsrecht begründet?
Die Begründung erfordert eine Vereinbarung aller Eigentümer oder eine Regelung in der Teilungserklärung – nachträgliche Einräumung ist aufwendig.

In der Teilungserklärung

Der häufigste Weg: Der teilende Eigentümer (Bauträger) legt Sondernutzungsrechte bereits bei der Aufteilung fest. Sie werden im Grundbuch eingetragen und wirken so auch gegenüber Rechtsnachfolgern.

Nachträgliche Vereinbarung

Alle Eigentümer müssen zustimmen und die Änderung notariell beurkunden lassen. Ohne Grundbucheintragung ist das Recht nur schuldrechtlich – es wirkt nicht gegenüber einem Käufer der benachbarten Einheit.

Kosten & Pflichten
Wer zahlt was beim Sondernutzungsrecht?
Die Kostenverteilung hängt von der Gemeinschaftsordnung ab und weicht oft vom gesetzlichen Standard ab.

Instandhaltung

Häufig übernimmt der Berechtigte die laufende Pflege (z. B. Gartenpflege). Substanzerhaltende Maßnahmen an der Fläche selbst (z. B. Terrassenabdichtung) können aber der Gemeinschaft obliegen – die Teilungserklärung gibt Aufschluss.

Verkehrssicherung

Für die Verkehrssicherungspflicht auf der sondernutzungsberechtigten Fläche haftet in der Regel der berechtigte Eigentümer. Winterdienst auf zugewiesenen Wegen oder Parkflächen ist ein typisches Beispiel.

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Regionaler Bezug
Sondernutzungsrecht in Rostock & MV
Typische Praxisfälle aus dem Rostocker Immobilienmarkt.

Neubau-Quartiere

In Neubauprojekten wie der Holzhalbinsel oder am Stadthafen werden Stellplätze und Gartenanteile fast ausschließlich über Sondernutzungsrechte zugeordnet. Käufer sollten prüfen, ob eine Grundbucheintragung erfolgt ist.

Altbau-Aufteilung KTV

Bei der Aufteilung sanierter Gründerzeithäuser in der KTV werden Hinterhofgärten oft als Sondernutzungsrecht der Erdgeschosswohnung zugeordnet. Das kann den Kaufpreis deutlich beeinflussen.

Verwandte Begriffe
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Häufige Fragen
FAQ – Sondernutzungsrecht WEG
Die wichtigsten Fragen und Antworten auf einen Blick.
Was ist ein Sondernutzungsrecht in einer WEG?
Ein Sondernutzungsrecht gibt einem Eigentümer das exklusive Recht, bestimmte Teile des Gemeinschaftseigentums allein zu nutzen – etwa einen Garten, Stellplatz oder Kellerraum. Die Fläche bleibt dabei Gemeinschaftseigentum.
Wie unterscheidet sich das Sondernutzungsrecht vom Sondereigentum?
Beim Sondereigentum gehört die Fläche dem Eigentümer, beim Sondernutzungsrecht darf er sie nur nutzen. Das Sondernutzungsrecht kann nicht separat verkauft werden und erfordert für bauliche Veränderungen meist einen WEG-Beschluss.
Muss ein Sondernutzungsrecht im Grundbuch stehen?
Für dingliche Wirkung gegenüber Käufern und Rechtsnachfolgern muss es im Grundbuch eingetragen sein. Ohne Eintragung besteht nur eine schuldrechtliche Vereinbarung zwischen den aktuellen Eigentümern.
Kann ein Sondernutzungsrecht nachträglich begründet werden?
Ja, durch Vereinbarung aller Wohnungseigentümer mit notarieller Beurkundung und Grundbucheintragung. Eine einfache Mehrheit in der Eigentümerversammlung reicht dafür nicht aus.

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HinweisDieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Für Fragen zu Sondernutzungsrechten in Ihrer WEG wenden Sie sich an einen Fachanwalt für WEG-Recht. Stand: April 2026.
Quellen: § 5 Abs. 4 und § 10 WEG, BGH-Urteile zur Begründung und Übertragung von Sondernutzungsrechten, Haufe WEG-Kommentar 2025.
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