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Immobilienlexikon

Wegerecht – Zugang über fremde Grundstücke

Ein Wegerecht sichert das Recht, ein fremdes Grundstück zu betreten oder zu befahren, um das eigene Grundstück zu erreichen. Es wird als Grunddienstbarkeit im Grundbuch eingetragen.

Ob Hinterliegergrundstück oder gemeinsame Zufahrt: Das Wegerecht ist eines der häufigsten Themen beim Grundstückskauf. Wir erklären die rechtlichen Grundlagen und den Einfluss auf den Immobilienwert.

§ 1018 BGBRechtsgrund
Grundbuch IIEintragung
DauerhaftWirkung
WertrelevantEinfluss
Definition

Das Wegerecht ist eine Grunddienstbarkeit (§ 1018 BGB), die dem jeweiligen Eigentümer eines Grundstücks (herrschendes Grundstück) das Recht gibt, ein anderes Grundstück (dienendes Grundstück) zu betreten oder zu befahren. Es wird in Abteilung II des Grundbuchs des dienenden Grundstücks eingetragen.

Entstehung
Wie entsteht ein Wegerecht?
Verschiedene Wege zur Sicherung des Zugangs.

Grunddienstbarkeit

Eintragung im Grundbuch Abt. II. Wirkt gegenüber jedem Rechtsnachfolger. Entsteht durch Einigung und Eintragung (§§ 873, 1018 BGB). Häufigste und sicherste Form. Kann nur mit Zustimmung des Berechtigten gelöscht werden.

Notwegerecht

Gesetzliches Recht nach § 917 BGB: Hat ein Grundstück keinen Zugang zu einem öffentlichen Weg, muss der Nachbar die Benutzung seines Grundstücks dulden – gegen Zahlung einer Geldrente. Voraussetzung: Es gibt keine andere zumutbare Verbindung.

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Werteinfluss
Wegerecht und Immobilienwert
Wie ein Wegerecht den Grundstückswert beeinflusst.

Dienendes Grundstück

Ein eingetragenes Wegerecht mindert den Wert des belasteten Grundstücks – je nach Umfang und Lage des Weges um 3–15 %. Die Nutzbarkeit der betroffenen Fläche ist eingeschränkt. Bei der Verkehrswertermittlung wird das Wegerecht als Belastung berücksichtigt.

Herrschendes Grundstück

Für das begünstigte Grundstück ist das Wegerecht wertsteigernd – es sichert die Erschließung. Ein Hinterliegergrundstück ohne Wegerecht ist oft schwer verkäuflich. Die ordnungsgemäße Eintragung im Grundbuch ist daher essenziell.

Praxistipp: Beim Grundstückskauf immer den Grundbuchauszug auf Wegerechte prüfen – sowohl Abt. II des Kaufgrundstücks (Belastung?) als auch die Grundbücher der Nachbargrundstücke (Zugunsten?). Auch das Baulastenverzeichnis kann Wegerechte enthalten.
Abgrenzung
Wegerecht vs. Baulast
Zwei verschiedene Rechtsinstrumente mit ähnlicher Wirkung.

Wegerecht (Privatrecht)

Im Grundbuch eingetragene Grunddienstbarkeit. Regelt das private Verhältnis zwischen den Grundstückseigentümern. Wirkt auch gegenüber Rechtsnachfolgern. Kann Befahren, Begehen oder beides umfassen.

Baulast (Öffentliches Recht)

Im Baulastenverzeichnis der Bauaufsichtsbehörde eingetragen (in MV: § 83 LBauO M-V). Sichert öffentlich-rechtliche Anforderungen (z. B. Zufahrt für Rettungsfahrzeuge). Ergänzt oft das privatrechtliche Wegerecht.

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Regionaler Bezug
Wegerecht in Rostock & MV
Regionale Besonderheiten und Praxis.

Häufiges Thema

In den ländlichen Gebieten des Landkreises Rostock sind Wegerechte besonders häufig – viele Hinterliegergrundstücke sind über historisch gewachsene Zufahrten erschlossen. Bei der Baugenehmigung prüft die Bauaufsicht die gesicherte Erschließung.

Notwegerecht MV

In MV kommt das Notwegerecht (§ 917 BGB) vor allem bei landwirtschaftlichen Grundstücken und in Dorfkernen vor. Die Geldrente wird nach dem Verkehrswert der beanspruchten Fläche bemessen. Im Streitfall entscheidet das zuständige Amtsgericht.

Verwandte Begriffe
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Häufige Fragen
FAQ – Wegerecht
Die wichtigsten Fragen und Antworten auf einen Blick.
Was ist ein Wegerecht?
Eine Grunddienstbarkeit, die das Recht sichert, ein fremdes Grundstück zu betreten oder zu befahren, um das eigene zu erreichen.
Wo wird das Wegerecht eingetragen?
In Abteilung II des Grundbuchs des belasteten (dienenden) Grundstücks.
Wie beeinflusst ein Wegerecht den Grundstückswert?
Es mindert den Wert des belasteten Grundstücks (3–15 %) und sichert den Wert des begünstigten Grundstücks.
Was ist ein Notwegerecht?
Ein gesetzliches Recht nach § 917 BGB bei fehlender Verbindung zum öffentlichen Weg – gegen Zahlung einer Geldrente.

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HinweisDieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Für Einzelfragen wenden Sie sich an einen Notar oder Fachanwalt. Stand: April 2026.
Quellen: §§ 917, 1018 BGB, § 83 LBauO M-V (Baulasten), Grundbuchordnung (GBO).
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