Ratgeber · Rostock & MV

Heizungsgesetz & Immobilien: Was Eigentümer wissen müssen

Das Heizungsrecht wurde 2026 durch das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) reformiert. Das klingt dramatisch – ist aber in Rostock oft weniger schlimm. Wir erklären das Gesetz, die Auswirkungen auf Ihren Immobilienwert und wie Sie jetzt richtig reagieren.

⚠️ Reform-Hinweis · Stand 29.07.2026

GModG hat das GEG abgelöst – seit 29.07.2026 in Kraft

Die am 24.02.2026 beschlossene Reform ist vollzogen: Das GEG wurde in das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) überführt (von Bundestag und Bundesrat am 10.07.2026 beschlossen, am 28.07.2026 im Bundesgesetzblatt verkündet). Das Stammgesetz wurde dabei nicht aufgehoben, sondern umbenannt – die amtliche Bezeichnung lautet seit dem 29.07.2026 GModG. Seit 29.07.2026 gilt: Die starre 65-%-Pflicht ist entfallen, ab 2029 greift eine gestaffelte Biomethan-Quote (sog. „Bio-Treppe“). Für Großstädte wie Rostock (über 100.000 Einwohner) wird die kommunale Wärmeplanung ausschlaggebend. Seit Inkrafttreten am 29.07.2026 gilt das neue Heizungsrecht; die frühere 65-%-Pflicht ist entfallen. Update 29.04.2026: SPD und CDU haben sich auf Mieterschutz beim Einbau fossiler Heizungen geeinigt – Vermieter sollen sich künftig zur Hälfte an CO2-Abgaben, Gasnetzentgelten und den Kosten für den Biomethan-Anteil beteiligen. Update 29.07.2026: Bundestag und Bundesrat haben das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) am 10.07.2026 beschlossen; es wurde am 28.07.2026 im Bundesgesetzblatt verkündet. Die Regelungen treten gestaffelt in Kraft: Die Neuregelungen zum Heizungstausch gelten seit 29.07.2026, die Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie folgt zeitlich versetzt. Die frühere GEG-Übergangsfrist (65 %-EE-Pflicht in Großstädten >100.000 Einwohner) war zuvor von 01.07.2026 auf 01.11.2026 verschoben worden – mit dem GModG ist die starre 65-%-Pflicht entfallen, bevor diese Frist überhaupt griff.

GEGreformiert 07/2026
bis 70 %KFW-FÖRDERUNG
15.000–30.000 €HEIZUNGSTAUSCH
2028KOMMUNALE WÄRMEPLANUNG
HinweisKeine Rechtsberatung. Das GEG ist ein Bundesgesetz und ändert sich regelmäßig. Dieser Ratgeber bildet Stand 29.07.2026 ab. Für konkrete Fragen zur Ihrer Immobilie kontaktieren Sie einen Energieberater oder die zuständige Bauaufsicht (Stadt Rostock, Landkreis RO). Wir klären die Immobilienseite: Lohnt sich eine Sanierung vor dem Verkauf – oder nicht?
Das Gesetz

Was ist das GEG & was hat sich 2024 geändert?

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) legt fest, welche technischen Anforderungen Gebäude erfüllen müssen. Im Januar 2024 wurde es verschärft (v. a. § 71 GEG zur 65-%-Erneuerbaren-Pflicht). Mit der GModG-Reform 2026 sind diese Heizungsvorgaben (§§ 71, 72 GEG) jedoch entfallen; seit 29.07.2026 gilt die Bio-Treppe.

Vom 65-%-Ziel zur Bio-Treppe

Bis zur GModG-Reform galt: Jede neu eingebaute Heizung sollte mindestens 65 % erneuerbare Energien nutzen (früherer § 71 GEG). Seit dem GModG (in Kraft 29.07.2026) ist diese starre Pflicht entfallen; neu eingebaute Gas- und Ölheizungen müssen stattdessen ab 2029 wachsende Anteile biogener Brennstoffe nutzen (Bio-Treppe).

Welche Heizungen sind möglich?

Wärmepumpen, Biomasse, Solarthermie, Fern- und Nah-Wärmenetze, Wasserstoff-ready Heizungen. Seit dem GModG sind auch neue Gas- und Ölheizungen weiterhin erlaubt – sie müssen ab 2029 aber wachsende Anteile biogener Brennstoffe abdecken (Bio-Treppe).

Übergangsfrist für Reparaturen

Alte Öl- oder Gasheizungen dürfen noch repariert werden – unbegrenzt lange. Erst wenn eine Heizung kaputt ist und ersetzt werden muss, greifen die aktuellen Regeln des reformierten GEG. Die frühere Austauschpflicht für über 30 Jahre alte Konstanttemperatur-Heizkessel (früherer § 72 GEG) wurde mit dem GModG zum 29.07.2026 gestrichen – eine Austauschpflicht allein wegen des Kesselalters besteht damit nicht mehr.

GEG-Novelle 2026 im Blick

Die Bundesregierung hat 2026 die Novellierung des GEG zum Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) auf den Weg gebracht; Bundestag und Bundesrat haben das Gesetz am 10.07.2026 beschlossen, es wurde am 28.07.2026 im Bundesgesetzblatt verkündet und ist seit 29.07.2026 in Kraft. Änderungen: flexiblere Anforderungen an Bestandsgebäude, neue Übergangsfristen und eine stärkere Kopplung an die kommunale Wärmeplanung. Mit der Verkündung am 28.07.2026 gilt das GModG; die Heizungsregelungen sind seit 29.07.2026 in Kraft, die frühere 65-%-Pflicht ist entfallen.

Gas-Heizungen sind nicht verboten

Das ist das häufigste Missverständnis: Gasheizungen sind nicht sofort verboten. Aber: Gaskessel müssen – wenn sie neu eingebaut werden – ab 2029 wachsende Anteile biogener Brennstoffe abdecken (Bio-Treppe). In der Praxis: Gas-Hybridheizung (Gas + Solaranlage/Wärmepumpe) oder wasserstoff-ready Gaskessel.

Wie stark wirkt sich die neue Heizungsregel auf Ihren Immobilienwert aus? Wir analysieren das.

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Auswirkungen

Heizungsgesetz & Immobilienwert: Wann es problematisch wird

Das GEG 2024 ist nicht der Grund, warum Häuser billiger werden. Aber: Ein marodes Heizungssystem senkt den Wert – mit oder ohne neues Gesetz. Und Käufer und Banken berücksichtigen Sanierungskosten.

Das Szenario: Alter Ölkessel kaputt

Eigentumshaus mit defektem Ölkessel. Vorher: Käufer schaut auf die Sanierungskosten (30.000–40.000 € für eine neue Heizung). Nachher: Das GEG 2024 ändert nicht an der Realität – die neue Heizung kostet genauso viel, muss aber die aktuellen Anforderungen erfüllen (Bio-Treppe bzw. erneuerbare Wärme). Der Wert sinkt nicht wegen des Gesetzes, sondern wegen der Fälligkeit der Maßnahme.

KfW & BAFA gleichen das aus

Es gibt aber gute Nachrichten: Die Förderprogramme der KfW machen einen Heizungstausch günstiger. Wer auf eine Wärmepumpe oder Solarthermie umsteigt, kriegt 30–70 % der Kosten erstattet. Vom Verkäufer vorgezogen: Der Kaufpreis kann oft steigen – mehr als die Sanierung gekostet hat.

Kommunale Wärmeplanung ab 2028

Großstädte wie Rostock müssen bis 2028 einen Wärmeplan erstellen. Der zeigt: Gibt es ein Fernwärmenetz in der Nähe? Dann ist der Anschluss oft die billigste und sauberste Lösung. Das senkt Ihre Sanierungskosten – und steigert tendenziell den Wert.

Finanzierungsrisiko für Käufer

Banken und Versicherer schauen sich GEG-Konformität genauer an. Ein Haus mit unkonformer Heizung ist schwerer zu finanzieren – das wirkt sich auf den Verkaufspreis aus. Auf Ihrer Seite: Eine konforme oder neue Heizung ist ein Verkaufsargument.

Praxis

Heizung & Immobilienwert: Die 4-Punkte-Checkliste für Eigentümer

Was können Sie konkret tun? Diese vier Schritte helfen.

1. Heizungsalter ermitteln

Wann wurde die aktuelle Heizung eingebaut? Gebäudeenergieausweis prüfen (Baujahr, Energiestandard). Eine Heizung über 20 Jahre ist kritisch – ob das Gesetz kommt oder nicht. Die Förderquote ist dann höher (Geschwindigkeitsbonus 20 %).

2. Reparaturfähigkeit beurteilen

Läuft die Heizung noch? Dann: nicht tauschen. Reparaturen sind unbegrenzt erlaubt – auch für alte Öl/Gas-Kessel. Eine übereilte Sanierung kostet mehr als sie bringt. Erst handeln, wenn die Heizung kaputt ist.

3. Verkaufsabsicht klären

Wollen Sie verkaufen? Eine neue, moderne Heizung (Wärmepumpe, Solarthermie, Fernwärme) ist ein starkes Vermarktungsargument. Eine geplante Sanierung sollte fertiggestellt sein, bevor Sie die Immobilie zeigen – Rohbauzustände schrecken Käufer ab.

4. Förderung früh prüfen

Wenn Heizungstausch unvermeidlich ist: Energieberater vorbei und Förderprogramme klären (KfW 458, BAFA Gebäudehülle). Mit Förderung wird der Heizungstausch oft wirtschaftlicher – und der Wert steigt.

Spezial

Rostock & Landkreis: Die speziellen Regeln

Das GEG ist ein Bundesgesetz, aber die Umstände vor Ort sind unterschiedlich. Das ist für Rostock wichtig:

Fernwärmestadt Rostock

Rostock hat eines der dichtesten Fernwärmenetze in Deutschland. Viele Häuser in der Innenstadt sind schon angeschlossen. Wenn Sie im Fernwärmegebiet wohnen: Fernwärme galt schon unter der früheren 65-%-Regel als Erfüllungsoption und bleibt auch nach dem GModG die einfachste Lösung – wirtschaftlich, ohne extra Investition.

Landkreis Rostock (ländlich)

Im Landkreis gibt es weniger Fernwärme. Hier sind Wärmepumpen oder Biomasse die typischen Alternativen. Der Boden ist oft geeignet für Erdwärmesonden (Bohrung). Die KfW-Förderung ist hier besonders attraktiv.

Wärmeplanung bis 2028

Rostock als Oberzentrum muss einen Wärmeplan erstellen. Der wird zeigen: Wo wird Fernwärme ausgebaut, wo nicht? Diese Information hilft Ihnen bei der Sanierungsentscheidung. Tipp: Verfolgen Sie die Wärmeplanung – sie könnte Ihre Kosten senken.

Wichtig für FernwärmekundenWenn Sie bereits Fernwärme beziehen: Das GEG ändert für Sie nichts. Ihr Heizkessel ist nicht betroffen, solange Sie Fernwärme nutzen. Das ist einer der großen Vorteile der Fernwärme – Zukunftssicherheit ohne Sanierungszwang.
Förderung

KfW & BAFA: Die passenden Programme

Das Heizungsgesetz zwingt zur Sanierung – aber die Förderung macht sie bezahlbar. Diese Programme helfen:

KfW 458: Heizungstausch (bis zu 70 %)

Das Programm für Heizungswechsel zu erneuerbaren Energien. 30 % Basisförderung + Boni (Geschwindigkeit 20 %, Effizienz 5 %, Einkommen 30 %). Maximum: 70 % der Kosten, max. 21.000 € je Wohnung. Antrag vor Vertragsabschluss.

BAFA: Gebäudehülle & Einzelmaßnahmen (15–20 %)

Förderung für Dämmung, Fenster, Solarthermie, Heizungsoptimierung. Kann mit KfW kombiniert werden – aber nur für unterschiedliche Maßnahmen. Plus 5 % Bonus für iSFP (individueller Sanierungsfahrplan).

LFI MV: Regionalprogramme

Mecklenburg-Vorpommern fördert Modernisierung mit zinsfreien Darlehen (max. 120.000 € je Wohnung) und Barrierefreiheit (bis 25.000 €). Förderkondit ionen sind oft besser als KfW-Kredite – weniger bürokratisch, bessere Zinsen.

Steuerlich absetzbar: 20 % über 3 Jahre

Zusätzlich zu KfW/BAFA können Eigentuemer 20 % der Sanierungskosten über 3 Jahre von der Einkommensteuer abziehen (max. 40.000 € über 3 Jahre). Das ist oft unterschätzt – wer richtig rechnet, spart doppelt.

Lohnt sich der Heizungstausch für Ihr Haus in Rostock wirtschaftlich?

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FAQ

Häufige Fragen: Heizungsgesetz & Immobilien

Muss ich meine alte Heizung sofort austauschen?
Nein. Das GEG 2024 erzwingt den Austausch nur, wenn die Heizung kaputt ist und ersetzt werden muss. Reparaturen sind unbegrenzt erlaubt – auch bei Öl- und Gasheizungen. Sie müssen nicht überhastet reagieren. Seit dem GModG (in Kraft 29.07.2026) besteht auch beim Austausch keine 65-%-Pflicht mehr; neu eingebaute Gas- und Ölheizungen folgen ab 2029 der Bio-Treppe.
Sinkt mein Immobilienwert durch das Heizungsgesetz?
Das GEG selbst ändert nicht den Wert. Aber: Ein marodes Heizsystem senkt den Wert – Sanierungskosten werden von Käufern und Banken berücksichtigt. Eine moderne, konforme Heizung ist ein Verkaufsargument. Fazit: Das Gesetz zwingt zur Sanierung, aber die Förderung gleicht die Kosten oft aus. Mit Förderung steigt der Wert oft stärker, als die Sanierung kostet.
Kann ich weiterhin eine Gasheizung einbauen?
Ja. Seit dem GModG (in Kraft 29.07.2026) sind auch reine Gaskessel wieder zulässig – die 65-%-Erneuerbaren-Quote ist entfallen. Neu eingebaute Gas- und Ölheizungen müssen ab 2029 wachsende Anteile klimaneutraler Brennstoffe nutzen (Bio-Treppe: 2029 zehn Prozent, 2030 fünfzehn, 2035 dreißig, 2040 sechzig, 2045 hundert). Wirtschaftlich kann eine Wärmepumpe mit Förderung trotzdem die günstigere Wahl sein.
Wie hoch sind die Kosten für einen Heizungstausch?
Kostet: 15.000–30.000 € (Spanne je nach Energieträger und Gebäudegröße). Mit KfW 458: Der Staat übernimmt 30–70 %. Rechnung: 25.000 € Kosten – 15.000 € Förderung (60 %) = 10.000 € Eigenmittel. Zusätzlich: Steuerermäßigung über 3 Jahre möglich. Tipp: Energieberater erstellen einen genauen Kostenplan.
Was ist der Unterschied zwischen Öl, Gas, Wärmepumpe & Biomasse?
Öl & Gas: Ab 2024 nicht mehr zulässig als alleinige Heizung. Wärmepumpe: Elektrisch betriebene Heizung (Luft, Erd-, Grundwasser), Förderung bis 70 %. Biomasse (Holzheizung): Nachhaltig, aber weniger populär im städtischen Bereich (Lagerung, Schornstein). Solarthermie: Kombiniert mit Gasheizung als Hybrid – am sinnvollsten bei guten Dachflächen. Fazit für Rostock: Wärmepumpe meist günstiger und förderstark. Im Fernwärmegebiet: Anschluss ist die beste Lösung.
Ändert sich etwas für Mieter?
Für Mieter ändert sich faktisch wenig – die Heizkosten richten sich nach dem Energieverbrauch, nicht nach dem Gesetz. Aber: Vermieter müssen GEG-konform sanieren, wenn Heizungen kaputt gehen. Diese Sanierungskosten können (in Grenzen) auf die Kaltmiete umgelegt werden – was Miete um 5–10 %steigern kann. Für Käufer von Mietwohnungen: Eine konforme Heizung ist ein Finanzierungsvorteil.

Ist Ihre Heizung GEG-konform? Oder müssen Sie handeln?

Wir analysieren den Zustand Ihrer Heizung, erklären die Regeln für Ihre Situation in Rostock und rechnen durch, wann eine Sanierung wirtschaftlich sinnvoll ist. Unverbindlich.

DisclaimerAlle Angaben ohne Gewähr. Diesen Ratgeber gibt den Stand 29.07.2026 wider. Das GEG ändert sich laufend. Für konkrete Rechtsauskünfte kontaktieren Sie einen Energieberater oder die Bauaufsicht. Für Immobilienbewertung und Verkaufsberatung: Büchel Immobilien.
Stand: 29.07.2026 · Quellen: Gebäudeenergiegesetz (GEG) i. d. F. des GModG (verkündet 28.07.2026, in Kraft seit 29.07.2026; frühere §§ 71, 72 GEG gestrichen), BBSR-GEG-Infoportal, KfW-Programme, BAFA Bundesförderung, LFI MV · Büchel Immobilien Rostock – Alle Ratgeber
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