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Immobilienlexikon

Tilgungsaussetzung – Darlehen ohne laufende Tilgung

Bei einer Tilgungsaussetzung zahlt der Darlehensnehmer nur Zinsen und spart parallel in einem Bausparvertrag oder einer Lebensversicherung an. Am Ende wird das Darlehen auf einen Schlag getilgt.

Das Modell war lange beliebt, birgt aber Risiken – besonders wenn der Tilgungsersatz weniger Rendite bringt als erwartet. Wir erklären Funktionsweise, Vor- und Nachteile.

Nur ZinsenMonatliche Rate
BSV / LVTilgungsersatz
EndfälligRückzahlung
Höhere Zins.Gesamtkosten
Definition

Bei der Tilgungsaussetzung (auch endfälliges Darlehen mit Tilgungsersatz) leistet der Darlehensnehmer keine laufende Tilgung. Stattdessen zahlt er nur die Darlehenszinsen und spart parallel in einen Bausparvertrag, eine Lebensversicherung oder einen Fondssparplan ein. Am Laufzeitende wird das Darlehen aus dem angesparten Kapital komplett getilgt.

Funktionsweise
Wie funktioniert die Tilgungsaussetzung?
Das Prinzip: Zinsen laufend zahlen, Kapital separat aufbauen, Darlehen am Ende ablösen.

Mit Bausparvertrag

Häufigste Variante: Das Darlehen wird mit einem Bausparvertrag kombiniert. Die Bausparbeiträge bauen das Tilgungskapital auf. Bei Zuteilung des Bausparvertrags wird das Darlehen abgelöst und durch das zinsgünstige Bauspardarlehen ersetzt.

Mit Lebensversicherung

Das Darlehen wird an eine Kapitallebensversicherung abgetreten. Die Versicherungsbeiträge dienen als Tilgungsersatz. Bei Fälligkeit der Versicherung wird die Auszahlungssumme zur Darlehenstilgung verwendet. Steuerliche Vorteile sind seit 2005 eingeschränkt.

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Vor- & Nachteile
Lohnt sich die Tilgungsaussetzung?
Das Modell hat spezifische Einsatzgebiete – ist aber für die meisten Käufer nicht die erste Wahl.

Vorteile

Niedrigere monatliche Belastung (nur Zinsen). Bei vermieteten Immobilien steuerlich vorteilhaft, da Schuldzinsen in voller Höhe absetzbar bleiben. Flexibilität beim Tilgungsersatz. Staatliche Förderung bei Bausparvertrag nutzbar.

Nachteile

Höhere Gesamtzinsbelastung, da die volle Darlehenssumme über die gesamte Laufzeit verzinst wird. Renditerisiko: Bringt der Tilgungsersatz weniger als erwartet, reicht das Kapital nicht zur vollständigen Tilgung. Komplexeres Konstrukt als ein einfaches Annuitätendarlehen.

Kostenvergleich: 300.000 € Darlehen, 3,5 % Zins, 15 Jahre. Annuität (2 % Tilgung): 137.000 € Zinsen. Tilgungsaussetzung: 157.500 € Zinsen (volle Summe wird durchgängig verzinst). Mehrkosten: ca. 20.500 € – nur lohnend, wenn der Tilgungsersatz diese Differenz überkompensiert.
Steuerliche Aspekte
Tilgungsaussetzung bei Kapitalanlegern
Für Vermieter kann das Modell steuerlich attraktiv sein – die Details entscheiden.

Vorteil Vermieter

Da die Darlehenssumme nicht sinkt, bleiben die Schuldzinsen über die gesamte Laufzeit als Werbungskosten in voller Höhe absetzbar. Bei einem Annuitätendarlehen sinkt der Zinsanteil dagegen stetig.

Einschränkungen

Seit 2005 sind die Erträge aus Kapitallebensversicherungen nur noch zur Hälfte steuerfrei (bei Auszahlung nach 12 Jahren). Bausparverträge bieten keine besonderen steuerlichen Vorteile mehr. Die Gesamtrechnung muss individuell geprüft werden.

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Regionaler Bezug
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Empfehlung

Für Eigennutzer in Rostock ist das klassische Annuitätendarlehen mit Sondertilgung fast immer die bessere Wahl. Die Tilgungsaussetzung lohnt sich primär für Kapitalanleger mit hohem Steuersatz und professioneller Finanzplanung.

Beratung wichtig

Die Komplexität des Modells erfordert eine sorgfältige Beratung. Wer eine Tilgungsaussetzung in Betracht zieht, sollte die Gesamtkosten über die volle Laufzeit mit einem Annuitätendarlehen vergleichen – inklusive aller Gebühren und Steuereffekte.

Verwandte Begriffe
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Häufige Fragen
FAQ – Tilgungsaussetzung
Die wichtigsten Fragen und Antworten auf einen Blick.
Was ist eine Tilgungsaussetzung?
Bei einer Tilgungsaussetzung zahlt der Darlehensnehmer nur Zinsen und spart parallel in einem Bausparvertrag oder einer Lebensversicherung an. Am Laufzeitende wird das Darlehen aus dem angesparten Kapital auf einen Schlag getilgt.
Ist eine Tilgungsaussetzung teurer als ein Annuitätendarlehen?
In der Regel ja, weil die volle Darlehenssumme über die gesamte Laufzeit verzinst wird. Die höheren Zinskosten können nur durch steuerliche Vorteile oder überdurchschnittliche Rendite des Tilgungsersatzes kompensiert werden.
Für wen eignet sich die Tilgungsaussetzung?
Primär für Kapitalanleger mit hohem Steuersatz, die von der durchgehend hohen Schuldzinsabsetzung profitieren. Für Eigennutzer ist das klassische Annuitätendarlehen fast immer die bessere und günstigere Wahl.
Was passiert, wenn der Tilgungsersatz nicht ausreicht?
Reicht das angesparte Kapital nicht zur vollständigen Tilgung, bleibt eine Restschuld, die anderweitig finanziert werden muss. Das ist das Hauptrisiko des Modells.

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HinweisDieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Finanzberatung. Für die individuelle Beurteilung einer Tilgungsaussetzung wenden Sie sich an einen unabhängigen Finanzberater. Stand: April 2026.
Quellen: § 488 BGB (Darlehensvertrag), Verbraucherzentrale Baufinanzierung 2025, BaFin-Merkblätter zu Tilgungsersatzprodukten.
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