Immobilien-Lexikon · Mietrecht & Praxis

Wohnungsübergabe – Protokoll, Fristen & Rechte

Die Wohnungsübergabe regelt die Rückgabe einer Mietwohnung an den Vermieter am Ende des Mietverhältnisses.

Ob Auszug aus einer Altbauwohnung in der KTV oder einer sanierten Plattenbau-Wohnung in Lichtenhagen – die Wohnungsübergabe ist für Mieter und Vermieter in Rostock ein kritischer Moment. Ein korrektes Protokoll schützt vor Streit um Kaution und Schäden.

DEFINITION

Wohnungsübergabe: Formeller Akt der Rückgabe einer Mietwohnung vom Mieter an den Vermieter bei Beendigung des Mietverhältnisses. Die Übergabe wird in einem Übergabeprotokoll dokumentiert und umfasst die Rückgabe aller Schlüssel sowie die Feststellung des Wohnungszustands.

Ablauf der Wohnungsübergabe

Die Übergabe findet am letzten Tag des Mietverhältnisses oder zu einem vereinbarten Termin statt. Der Mieter muss die Wohnung besenrein und geräumt übergeben – das bedeutet grob gereinigt, aber nicht renoviert (sofern keine wirksame Schönheitsreparaturklausel existiert). Beide Parteien begehen gemeinsam alle Räume, Keller und ggf. Garage.

Dokumentiert werden: Zählerstände (Strom, Gas, Wasser, Heizung), Schlüssel (Anzahl und Art), Zustand der Räume (Wände, Böden, Fenster, Sanitär) und eventuelle Schäden. In Rostock empfehlen wir die zusätzliche Fotodokumentation.

Schönheitsreparaturen & Renovierungspflicht

Viele Mietverträge in Rostock enthalten Klauseln zu Schönheitsreparaturen – Streichen, Tapezieren, Bodenbelag. Der BGH hat zahlreiche starre Fristenklauseln für unwirksam erklärt. Ist die Klausel unwirksam, muss der Mieter nicht renovieren. Eine professionelle Prüfung des Mietvertrags lohnt sich vor der Übergabe.

Kaution und Rückzahlung

Nach der Wohnungsübergabe hat der Vermieter eine angemessene Prüffrist zur Rückzahlung der Mietkaution. Diese beträgt in der Regel 3–6 Monate. Offene Nebenkostenabrechnungen dürfen einbehalten werden. Schäden, die über normale Abnutzung hinausgehen, können von der Kaution abgezogen werden – müssen aber im Übergabeprotokoll dokumentiert sein.

Häufige Fragen

Muss ich die Wohnung bei Auszug renovieren?
Nur wenn der Mietvertrag eine wirksame Schönheitsreparaturklausel enthält. Starre Fristenpläne sind nach BGH-Rechtsprechung unwirksam.
Was ist besenrein?
Besenrein bedeutet: grob gereinigt, keine grobe Verschmutzung, Böden gefegt/gesaugt. Keine Grundreinigung oder professionelle Reinigung erforderlich.
Wann bekomme ich meine Kaution zurück?
Der Vermieter hat eine angemessene Prüffrist von in der Regel 3–6 Monaten. Offene Nebenkostenabrechnungen dürfen einbehalten werden.
Was passiert, wenn der Vermieter nicht zur Übergabe erscheint?
Der Mieter sollte den Termin schriftlich bestätigen lassen. Erscheint der Vermieter nicht, können Zeugen den Zustand dokumentieren. Die Schlüssel können dann per Einschreiben gesendet werden.
Kann der Vermieter nach der Übergabe noch Mängel geltend machen?
Nur wenn die Mängel bei der Übergabe nicht erkennbar waren (verdeckte Mängel). Im Übergabeprotokoll nicht dokumentierte, sichtbare Mängel gelten als akzeptiert.
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Hinweis: Dieser Lexikoneintrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Alle Angaben ohne Gewähr. Stand: 2025/2026 – Büchel Immobilien Rostock.