Immobilien-Lexikon · Mietrecht & WEG

Hausordnung – verbindliche vs. unverbindliche Regeln

Die Hausordnung regelt das Zusammenleben im Mehrfamilienhaus – doch nicht jede Regel ist rechtlich bindend.

In Rostocks Mehrfamilienhäusern – von der Platte in Lütten Klein bis zum Altbau in der Stadtmitte – sorgen Hausordnungen für Struktur. Doch was darf geregelt werden und was nicht?

DEFINITION

Hausordnung: Regelwerk für das Zusammenleben in einem Mehrfamilienhaus, das Rechte und Pflichten der Bewohner bezüglich Lärmschutz, Reinigung, Nutzung von Gemeinschaftsflächen und Sicherheit festlegt. Die Hausordnung kann als Bestandteil des Mietvertrags (dann verbindlich) oder als einseitige Anweisung des Vermieters (dann nur bei Zumutbarkeit durchsetzbar) vereinbart werden.

Verbindliche vs. unverbindliche Regelungen

Verbindlich (wenn im Mietvertrag vereinbart oder zumutbar): Ruhezeiten (22–6 Uhr und Mittagsruhe), Treppenhausreinigung, Müllentsorgungsregeln, Schneepflicht, Nutzung von Waschküche und Trockenraum. Nicht durchsetzbar laut BGH: Generelles Besuchsverbot, generelles Tier- oder Musizierverbot, Verbot der Kinderspielens auf Gemeinschaftsflächen, übermäßige Einschränkung der Balkonnutzung.

Hausordnung in der WEG

In einer Wohnungseigentümergemeinschaft wird die Hausordnung durch Beschluss der Eigentümerversammlung erlassen (einfache Mehrheit genügt). Sie gilt für alle Eigentümer und deren Mieter. Änderungen erfordern einen neuen Beschluss. Der Verwaltungsbeirat überwacht die Einhaltung. In vielen WEG-Anlagen in Rostock ist die Hausordnung Bestandteil der Teilungserklärung.

Konsequenzen bei Verstößen

Bei wiederholten schweren Verstößen gegen die Hausordnung (z.B. regelmäßige Ruhestörung) kann der Vermieter nach Abmahnung eine ordentliche oder sogar fristlose Kündigung aussprechen. In der WEG kann die Gemeinschaft bei groben Verstößen einen Unterlassungsanspruch geltend machen. In Rostock sind Nachbarschaftsstreitigkeiten häufig Thema bei älteren Mehrfamilienhäusern mit dünnen Wänden.

Häufige Fragen

Ist die Hausordnung für Mieter bindend?
Ja, wenn sie Bestandteil des Mietvertrags ist oder nachträglich vereinbart wurde. Einseitige Regelungen des Vermieters gelten nur, wenn sie zumutbar sind.
Darf die Hausordnung Tierhaltung verbieten?
Ein generelles Verbot ist laut BGH unwirksam. Kleintiere (Hamster, Fische) dürfen nicht verboten werden. Bei Hunden und Katzen ist eine Einzelfallabwägung nötig.
Muss ich die Treppe putzen?
Wenn es in der Hausordnung oder im Mietvertrag vereinbart ist, ja. Alternativ kann der Vermieter einen Reinigungsdienst beauftragen und die Kosten umlegen.
Kann der Vermieter die Hausordnung einseitig ändern?
Wesentliche Änderungen bedürfen der Zustimmung der Mieter. Kleinere Anpassungen (z.B. neue Mülltonnen-Standorte) sind einseitig möglich.
Was gilt bei Ruhestörung trotz Hausordnung?
Nach Abmahnung kann der Vermieter kündigen. Auch das Ordnungsamt kann bei anhaltender Ruhestörung eingeschaltet werden.
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Hinweis: Dieser Lexikoneintrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Alle Angaben ohne Gewähr. Stand: 2025/2026 – Büchel Immobilien Rostock.

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