Immobilienlexikon · Buchstabe F · Flächennutzungsplan

Flächennutzungsplan (FNP) – Bedeutung für Grundstücke & Bauprojekte

Der Flächennutzungsplan ist das zentrale Planungsinstrument einer Gemeinde für die gesamte Stadtentwicklung. Er legt für das gesamte Gemeindegebiet fest, welche Flächen für Wohnen, Gewerbe, Landwirtschaft oder Grünflächen vorgesehen sind – und bestimmt damit maßgeblich den Wert und die Nutzbarkeit von Grundstücken.

Hier erfahren Sie, wie der FNP aufgebaut ist, warum er für Grundstückskäufer unverzichtbar ist und wie er sich vom Bebauungsplan unterscheidet. Auch die Verbindung zur Bauleitplanung wird erklärt.

vorbereitendPlanungsstufe
GesamtgebietGeltungsbereich
~15 JahrePlanungshorizont
nicht bindendfür Bürger
Definition · Flächennutzungsplan

Der Flächennutzungsplan (FNP) ist der vorbereitende Bauleitplan einer Gemeinde gemäß § 5 BauGB. Er stellt für das gesamte Gemeindegebiet die beabsichtigte Art der Bodennutzung dar – in den Grundzügen. Im Gegensatz zum Bebauungsplan (verbindlicher Bauleitplan) entfaltet der FNP keine unmittelbare Rechtswirkung gegenüber Bürgern.

FNP vs. Bebauungsplan – der Unterschied
Beide Pläne gehören zur Bauleitplanung, haben aber völlig unterschiedliche Funktionen.

Flächennutzungsplan (FNP)

Vorbereitender Bauleitplan für das gesamte Gemeindegebiet. Stellt die geplante Bodennutzung in Grundzügen dar. Nicht unmittelbar rechtsverbindlich für Grundstückseigentümer.

Bebauungsplan (B-Plan)

Verbindlicher Bauleitplan für einen Teilbereich. Regelt konkret, was und wie gebaut werden darf (GRZ, GFZ, Geschosse, Dachform). Rechtsverbindlich – Grundlage für die Baugenehmigung.

Merke:Der FNP ist aus dem B-Plan zu entwickeln (Entwicklungsgebot, § 8 Abs. 2 BauGB). Ein Bebauungsplan, der den Darstellungen des FNP widerspricht, kann unwirksam sein.
Inhalte des Flächennutzungsplans
Der FNP nutzt standardisierte Planzeichen, um die verschiedenen Nutzungsarten darzustellen.

Wohnbauflächen

Rot dargestellt – Bereiche, die für Wohnbebauung vorgesehen sind. Unterscheidung in W (allgemein) und WR/WA/WB nach BauNVO.

Gewerbeflächen

Grau dargestellt – für gewerbliche und industrielle Nutzung vorgesehene Gebiete. Wichtig für die Bewertung benachbarter Wohngrundstücke.

Grünflächen

Grün dargestellt – Parks, Sportanlagen, Friedhöfe und Kleingärten. Auf diesen Flächen ist in der Regel keine Bebauung möglich.

Relevanz für Immobilienkäufer
Der FNP verrät, wie sich das Umfeld Ihres Grundstücks in den nächsten Jahren entwickeln könnte.

Wertsteigerungspotenzial

Wird eine angrenzende Fläche als Wohnbauland ausgewiesen, steigt die Nachfrage – und damit der Wert Ihres Grundstücks. Umgekehrt kann eine geplante Gewerbefläche den Wert mindern.

Baumöglichkeiten prüfen

Ist Ihr Grundstück im FNP als Bauland dargestellt? Falls nicht (z. B. Landwirtschaftsfläche), ist eine Bebauung praktisch ausgeschlossen – unabhängig vom Grundbucheintrag.

FNP einsehen – so geht’s in Rostock
Der Flächennutzungsplan ist öffentlich einsehbar und für jeden zugänglich.

Online-Portal

Die Hanse- und Universitätsstadt Rostock stellt den FNP über das Geoportal digital zur Verfügung. Dort können Sie nach Adresse oder Flurstück suchen und die Planzeichen einsehen.

Vor Ort

Das Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Wirtschaft (Rathaus) bietet persönliche Einsichtnahme an. Termine können telefonisch oder online vereinbart werden.

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Häufige Fragen – Flächennutzungsplan
Was ist der Unterschied zwischen Flächennutzungsplan und Bebauungsplan?
Der Flächennutzungsplan (FNP) ist der vorbereitende Bauleitplan für das gesamte Gemeindegebiet und stellt die geplante Bodennutzung in Grundzügen dar. Der Bebauungsplan (B-Plan) ist der verbindliche Bauleitplan für einen Teilbereich und regelt konkret, was gebaut werden darf.
Kann ich auf einer Grünfläche im FNP bauen?
In der Regel nicht. Wenn ein Grundstück im FNP als Grünfläche dargestellt ist, wird die Gemeinde keinen Bebauungsplan für Wohnbebauung aufstellen. Änderungen sind nur über eine FNP-Änderung möglich.
Wo kann ich den Flächennutzungsplan einsehen?
In Rostock ist der FNP über das Geoportal der Stadt online einsehbar. Alternativ können Sie beim Amt für Stadtentwicklung eine persönliche Einsichtnahme vereinbaren.
Ist der FNP für Grundstückseigentümer bindend?
Nein, der FNP entfaltet keine unmittelbare Rechtswirkung gegenüber Bürgern. Er bindet aber die Gemeinde bei der Aufstellung von Bebauungsplänen (Entwicklungsgebot).
Wie oft wird der FNP aktualisiert?
Der FNP hat einen Planungshorizont von etwa 10 bis 15 Jahren. Änderungen oder Neuaufstellungen erfolgen bei Bedarf durch Gemeinderatsbeschluss mit öffentlicher Beteiligung.

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HinweisDieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine baurechtliche Beratung. Planungsrecht ist komplex – bei konkreten Vorhaben empfehlen wir die Rücksprache mit der zuständigen Baubehörde.
Quellen: BauGB § 5–7, BauNVO, Hanse- und Universitätsstadt Rostock – Geoportal, eigene Beratungspraxis.
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