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Immobilienlexikon

Tierhaltung in der Mietwohnung – Was ist erlaubt?

Die Tierhaltung in Mietwohnungen ist ein häufiger Streitpunkt zwischen Mietern und Vermietern. Pauschalverbote sind unwirksam – aber der Vermieter kann die Haltung großer Tiere von seiner Zustimmung abhängig machen.

Wir erklären die aktuelle Rechtslage nach BGH-Rechtsprechung und was Vermieter in Rostock bei der Gestaltung des Mietvertrags beachten sollten.

KleintiereImmer erlaubt
Hund/KatzeZustimmung
BGH 2013Leiturteil
EinzelfallAbwägung
Definition

Die Haltung von Kleintieren (Hamster, Fische, Vögel) ist in Mietwohnungen grundsätzlich erlaubt und kann vertraglich nicht ausgeschlossen werden. Bei Hunden und Katzen kann der Mietvertrag eine Erlaubnis des Vermieters vorschreiben. Ein generelles Verbot aller Haustiere ist nach BGH-Rechtsprechung (VIII ZR 168/12) unwirksam.

Rechtslage
Was sagt das Mietrecht zur Tierhaltung?
Die Rechtsprechung unterscheidet drei Kategorien – je nach Tierart gelten unterschiedliche Regeln.

Kleintiere

Hamster, Meerschweinchen, Zierfische, Wellensittiche und ähnliche Kleintiere dürfen ohne Erlaubnis gehalten werden. Sie gehören zum vertragsgemäßen Gebrauch der Wohnung. Auch ein vertragliches Verbot wäre unwirksam.

Hunde & Katzen

Der Vermieter darf die Haltung von der Zustimmung im Einzelfall abhängig machen. Er muss aber eine Interessenabwägung vornehmen und darf nicht pauschal ablehnen. Relevante Faktoren: Wohnungsgröße, Mitbewohner, Lärm, Allergien.

Exotische Tiere

Giftige oder gefährliche Tiere (Schlangen, Spinnen) bedürfen immer der Vermietererlaubnis. In MV regelt die Gefahrtierverordnung zusätzliche Haltungsauflagen. Der Vermieter kann die Zustimmung verweigern.

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Vermieter-Perspektive
Was dürfen Vermieter regeln?
Die richtige Klausel im Mietvertrag gibt Vermietern Kontrolle, ohne unwirksam zu sein.

Wirksame Klausel

„Die Haltung von Hunden und Katzen bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung des Vermieters.“ Diese Erlaubnisklausel ist wirksam und gibt dem Vermieter ein Prüfungsrecht im Einzelfall – ohne pauschales Verbot.

Unwirksame Klausel

„Jegliche Tierhaltung ist untersagt“ oder „Die Haltung von Hunden und Katzen ist verboten“ – solche Klauseln sind nach BGH-Rechtsprechung unwirksam, weil sie keine Einzelfallprüfung ermöglichen und den Mieter unangemessen benachteiligen.

Praxistipp für Vermieter: Bei der Zustimmung zur Tierhaltung empfiehlt sich ein Widerrufsvorbehalt für den Fall, dass das Tier andere Mieter erheblich stört. Die Hausordnung sollte Leinenpflicht im Treppenhaus und Reinigungspflichten regeln.
Konflikte
Häufige Streitpunkte und Lösungen
Zwischen Tierliebe und Nachbarschaftsfrieden – wie typische Konflikte gelöst werden.

Lärm & Geruch

Dauerbellen, Geruchsbelästigung oder Verschmutzung des Treppenhauses können eine Mietminderung der Nachbarn rechtfertigen. Der Vermieter muss den Halter abmahnen und kann die Tierhaltungserlaubnis widerrufen.

Allergien

Schwere Tierhaarallergien von Nachbarn können ein berechtigter Grund sein, die Zustimmung zur Tierhaltung zu verweigern oder nachträglich zu widerrufen. Eine ärztliche Bescheinigung ist erforderlich.

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Regionaler Bezug
Tierhaltung in Rostock & MV
Regionale Besonderheiten für Mieter und Vermieter.

Wiro & kommunale Vermieter

Die Wiro als größter Vermieter in Rostock handhabt Tierhaltung pragmatisch: Kleintiere sind erlaubt, für Hunde und Katzen wird eine Einzelfallgenehmigung erteilt. In den großen Wohngebieten Lütten Klein und Evershagen ist Hundehaltung üblich.

Gefahrtierverordnung MV

MV hat eine Gefahrtierverordnung, die die Haltung bestimmter Tierarten (Giftschlangen, Krokodile, etc.) einer Genehmigungspflicht unterwirft. Der Vermieter kann die Zustimmung für solche Tiere grundsätzlich verweigern.

Verwandte Begriffe
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Häufige Fragen
FAQ – Tierhaltung Mietwohnung
Die wichtigsten Fragen und Antworten auf einen Blick.
Darf ich in meiner Mietwohnung einen Hund halten?
Grundsätzlich kann der Mietvertrag eine Erlaubnispflicht für Hunde vorsehen. Der Vermieter muss aber eine Einzelfallabwägung vornehmen und darf nicht pauschal ablehnen. Relevante Faktoren sind Wohnungsgröße, Rasse und Nachbarschaft.
Kann der Vermieter Katzen verbieten?
Ein generelles Katzenverbot im Mietvertrag ist nach BGH-Rechtsprechung unwirksam. Zulässig ist eine Erlaubnisklausel, die eine Einzelfallprüfung vorsieht. Bei der Abwägung spielen Allergien von Nachbarn und Zustand der Wohnung eine Rolle.
Welche Tiere darf ich ohne Erlaubnis halten?
Kleintiere wie Hamster, Meerschweinchen, Zierfische und Wellensittiche dürfen ohne Vermietererlaubnis gehalten werden. Sie gehören zum vertragsgemäßen Gebrauch der Mietwohnung.
Was passiert bei unerlaubter Tierhaltung?
Der Vermieter kann die Beseitigung des vertragswidrigen Zustands verlangen, also die Abschaffung des Tieres. Bei Verweigerung droht nach Abmahnung eine ordentliche Kündigung des Mietverhältnisses.

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HinweisDieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Bei konkreten Streitfällen zur Tierhaltung wenden Sie sich an einen Fachanwalt für Mietrecht. Stand: April 2026.
Quellen: BGH VIII ZR 168/12 (Leiturteil Tierhaltung), § 535 BGB (Mietvertrag), Gefahrtierverordnung MV, Deutscher Mieterbund.
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