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Immobilienlexikon

Kaufpreis-Miete-Verhältnis – Kaufen oder Mieten?

Das Kaufpreis-Miete-Verhältnis (auch Vervielfältiger) zeigt, wie viele Jahresmieten dem Kaufpreis entsprechen. Es ist eine der schnellsten Kennzahlen, um die Wirtschaftlichkeit eines Immobilienkaufs einzuschätzen.

Ein Wert unter 20 gilt als günstig, über 30 als teuer. In Rostock liegt der Faktor je nach Objektart zwischen 12 und 26 – bei Zinshäusern deutlich niedriger als bei Einfamilienhäusern.

18–28Faktor Rostock
< 20Günstig
20–25Moderat
> 30Teuer
Definition

Das Kaufpreis-Miete-Verhältnis ergibt sich aus der Division des Kaufpreises durch die Jahresnettokaltmiete. Bei einem Kaufpreis von 200.000 € und 10.000 € Jahresmiete beträgt das Verhältnis 20 – es würde also 20 Jahre dauern, bis sich der Kaufpreis durch Miete amortisiert hat.

Berechnung und Interpretation

Formel und Richtwerte im Detail

Formel: Kaufpreis ÷ Jahresnettokaltmiete = Kaufpreis-Miete-Verhältnis. Je niedriger der Wert, desto günstiger ist der Kauf im Verhältnis zur Miete. Werte unter 20 signalisieren einen günstigen Markt, 20–25 gelten als moderat, über 25 als teuer. Achtung: Die Kennzahl berücksichtigt weder Kaufnebenkosten noch Instandhaltung – sie ist ein erster Schnellindikator, keine vollständige Renditeberechnung.

Kaufpreis-Miete-Verhältnis vs. Mietrendite

Zwei Seiten derselben Medaille

Das Kaufpreis-Miete-Verhältnis ist der Kehrwert der Bruttomietrendite. Ein Faktor von 20 entspricht 5 % Bruttomietrendite (1/20 = 0,05). Für Kapitalanleger ist die Nettomietrendite aussagekräftiger, da sie Bewirtschaftungskosten einbezieht. Der Vervielfältiger und der Ankaufsfaktor sind ähnliche Kennzahlen mit leicht unterschiedlicher Berechnung.

Entscheidungshilfe: Kaufen oder Mieten?

Wann sich ein Kauf finanziell lohnt

Ein niedriges Kaufpreis-Miete-Verhältnis spricht für den Kauf, ein hohes eher fürs Mieten. Allerdings spielen weitere Faktoren eine Rolle: Zinsniveau, erwartete Wertsteigerung, Instandhaltungskosten und persönliche Lebensplanung. In Rostock hängt der Faktor vor allem an der Objektart. Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte weist für Kauffälle der Jahre 2023 bis 2025 aus: Mehrfamilienhäuser mit Baujahr vor 1990 in saniertem Zustand erreichen Rohertragsfaktoren von 12,4 bis 26,1 (im Mittel 19,2), Wohn- und Geschäftshäuser 15,5 bis 22,5 (im Mittel 17,3). Einfamilienhäuser liegen mit 21,9 bis 39,2 deutlich darüber – dort zahlen Selbstnutzer, nicht Anleger. Innerhalb dieser Spannen entscheiden Lage, Zustand und Vermietungssituation.

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Regionaler Bezug

Kaufpreis-Miete-Verhältnis in Rostock

Lokale Marktdaten und Einordnung

Mehrfamilienhaus 12–26

Rohertragsfaktoren für sanierte Zinshäuser mit Baujahr vor 1990, im Mittel 19,2. Basis: 34 Kauffälle 2023–2025.

Wohn-/Geschäftshaus 15–23

Gemischt genutzte Objekte vor 1990, saniert, im Mittel 17,3. Der Gewerbeanteil senkt den Faktor gegenüber reinen Wohnhäusern.

Trend rückläufig

Bis 2020 lagen die Faktoren deutlich höher. Seit der Zinswende rechnen Anleger anders: Ab etwa Faktor 17,5 trägt sich ein finanziertes Zinshaus nicht mehr aus der Miete.

Häufige Fragen

FAQ – Kaufpreis-Miete-Verhältnis

Was sagt das Kaufpreis-Miete-Verhältnis aus?
Es zeigt, wie viele Jahresnettomieten dem Kaufpreis entsprechen. Je niedriger der Wert, desto günstiger ist der Kauf im Verhältnis zur Miete.
Ab welchem Faktor lohnt sich ein Kauf?
Das hängt vom Objekttyp ab. Bei Zinshäusern in Rostock gilt ein Faktor unter 17 als günstig, bis 20 als moderat. Darüber trägt sich ein finanziertes Objekt bei heutigen Zinsen kaum noch aus der Miete. Bei Einfamilienhäusern für Selbstnutzer liegen die üblichen Faktoren deutlich höher, weil dort der Wohnwert bezahlt wird und keine Rendite.
Wie berechne ich das Verhältnis?
Kaufpreis geteilt durch Jahresnettokaltmiete. Beispiel: 240.000 € ÷ 12.000 € = Faktor 20.
Ist das Verhältnis das gleiche wie der Vervielfältiger?
Ja, im Wesentlichen. Vervielfältiger und Kaufpreis-Miete-Verhältnis meinen dasselbe – Kaufpreis geteilt durch Jahresmiete.
Berücksichtigt der Faktor die Kaufnebenkosten?
Nein. Der einfache Faktor bezieht sich nur auf den Kaufpreis. Für eine realistische Betrachtung sollten Kaufnebenkosten addiert werden.
Wie ist das Verhältnis in Rostock aktuell?
Das kommt auf die Objektart an. Für Kauffälle 2023 bis 2025 weist der Gutachterausschuss Rostock bei sanierten Mehrfamilienhäusern vor 1990 Faktoren von 12,4 bis 26,1 aus (im Mittel 19,2), bei Wohn- und Geschäftshäusern 15,5 bis 22,5 (im Mittel 17,3). Einfamilienhäuser liegen höher, weil dort der Wohnwert und nicht die Rendite bezahlt wird.

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HinweisDieser Lexikonbeitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Finanzberatung. Individuelle Wirtschaftlichkeitsberechnungen sollten mit einem Finanzberater erstellt werden.
Quellen: Gutachterausschuss Rostock, Empirica Marktdaten, eigene Berechnungen. Stand: April 2026.
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