Immobilienlexikon · Buchstabe G · Grundsteuer

Grundsteuer – Reform 2025, Berechnung & Hebesätze in MV

Die Grundsteuer ist eine der wichtigsten kommunalen Steuern in Deutschland – und seit 2025 komplett neu geregelt. Nach dem Bundesverfassungsgerichts-Urteil wurde die Berechnung auf das Bundesmodell umgestellt. In MV gelten besondere Hebesätze, die den tatsächlichen Betrag bestimmen.

Erfahren Sie, wie die neue Grundsteuer berechnet wird, welche Bodenrichtwerte einfließen und was Eigentümer in Rostock und MV zahlen. Auch der Unterschied zur Grunderwerbsteuer wird erklärt.

Art. 106 GGGemeindesteuer
Bundesmodellseit 2025
484 %Hebesatz Rostock
jährlichZahlung
Definition · Grundsteuer

Die Grundsteuer ist eine Realsteuer, die auf den Besitz von Grundstücken und Gebäuden erhoben wird. Sie wird von der Gemeinde erhoben und fließt in den kommunalen Haushalt. Seit dem 01.01.2025 wird sie nach dem neuen Bundesmodell berechnet. Es gibt zwei Arten: Grundsteuer A (land- und forstwirtschaftlich) und Grundsteuer B (bebaut und unbebaut).

Grundsteuerreform 2025
Das Bundesverfassungsgericht hat die alte Berechnung für verfassungswidrig erklärt – seit 2025 gilt das neue System.

Warum die Reform?

Die alten Einheitswerte stammten von 1964 (West) bzw. 1935 (Ost) und spiegelten die realen Werte nicht mehr wider. Das BVerfG hat 2018 eine Neuregelung bis Ende 2024 gefordert.

Bundesmodell

MV wendet das Bundesmodell an (kein Ländermodell). Basis: Grundstücksfläche × Bodenrichtwert + Gebäudewert (abhängig von Baujahr, Wohnfläche, Mietniveau). Deutlich komplexer als das alte System.

Berechnung der Grundsteuer B
Drei Schritte: Grundsteuerwert → Messbetrag → Grundsteuer.

1. Grundsteuerwert

Das Finanzamt ermittelt den Grundsteuerwert aus Bodenrichtwert, Grundstücksfläche, Gebäudeart, Baujahr, Wohnfläche und Nettokaltmiete. Bescheid vom Finanzamt prüfen!

2. Steuermessbetrag

Grundsteuerwert × Steuermesszahl. Für Wohngrundstücke: 0,31 ‰ (0,031 %). Die niedrige Messzahl soll die oft höheren Grundsteuerwerte kompensieren.

3. Grundsteuer

Steuermessbetrag × Hebesatz der Gemeinde. Beispiel: Messbetrag 150 € × 484 % (Rostock) = 726 € Grundsteuer pro Jahr.

Praxis-Tipp:Prüfen Sie Ihren Grundsteuerbescheid! Fehlerhafte Bodenrichtwerte, falsche Wohnflächen oder ein falsches Baujahr können zu überhöhter Grundsteuer führen. Einspruch ist innerhalb eines Monats möglich.
Hebesätze in Rostock & MV
Der Hebesatz ist der entscheidende Faktor für die tatsächliche Belastung.

Rostock: 484 %

Rostock hat den Hebesatz für 2025 auf 484 % festgelegt. Das ist etwas über dem Bundesdurchschnitt, aber für eine Großstadt moderat. Zum Vergleich: Schwerin 510 %, Greifswald 450 %.

Landkreis Rostock

Die Hebesätze im Landkreis variieren stark: von 300 % in kleinen Gemeinden bis über 400 % in Mittelzentren. Vor dem Grundstückskauf den Hebesatz der Gemeinde prüfen.

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Häufige Fragen – Grundsteuer
Wie wird die Grundsteuer seit 2025 berechnet?
In drei Schritten: 1. Finanzamt ermittelt Grundsteuerwert, 2. Grundsteuerwert × Steuermesszahl = Messbetrag, 3. Messbetrag × Hebesatz der Gemeinde = Grundsteuer.
Wie hoch ist die Grundsteuer in Rostock?
Rostock hat einen Hebesatz von 484 %. Die tatsächliche Höhe hängt vom Grundsteuerwert ab – Beispiel: Messbetrag 150 € × 484 % = 726 €/Jahr.
Kann ich die Grundsteuer auf Mieter umlegen?
Ja, die Grundsteuer ist nach Betriebskostenverordnung (BetrKV) umlagefähig und wird in den meisten Mietverträgen als Nebenkosten auf den Mieter umgelegt.
Was ist der Unterschied zur Grunderwerbsteuer?
Die Grunderwerbsteuer fällt einmalig beim Kauf an (6 % in MV), die Grundsteuer ist eine jährliche Steuer auf den Grundbesitz.
Sollte ich meinen Grundsteuerbescheid prüfen?
Unbedingt. Fehler bei Bodenrichtwert, Wohnfläche oder Baujahr sind häufig. Einspruch ist innerhalb eines Monats nach Zustellung möglich.

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HinweisDieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Steuerberatung. Grundsteuerbescheide von einem Steuerberater prüfen lassen.
Quellen: GrStG, BewG, BVerfG-Urteil v. 10.04.2018, Hebesatzverzeichnis MV, eigene Beratungspraxis.
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