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Immobilienlexikon

Bürgschaft (Mietbürgschaft)

Die Mietbürgschaft sichert den Vermieter ab, wenn der Mieter die Miete nicht zahlen kann. Eltern, Arbeitgeber oder Kautionsversicherungen übernehmen die Haftung.
Ob Student ohne Einkommen oder Berufseinsteiger: Die Mietbürgschaft ist oft der Schlüssel zur Traumwohnung. Erfahren Sie, welche Formen es gibt und worauf Sie achten müssen.
§ 765BGB
Max. 3Nettokaltmieten
SchriftformPflicht
Privat/BankBürgschaftsarten
Definition

Eine Bürgschaft (§ 765 BGB) ist ein Vertrag, durch den sich ein Dritter (Bürge) verpflichtet, für die Verbindlichkeiten des Mieters gegenüber dem Vermieter einzustehen. Bei der Mietbürgschaft haftet der Bürge für Mietrückstände, Schäden oder sonstige Forderungen aus dem Mietverhältnis. Die Bürgschaftserklärung bedarf der Schriftform.

Arten
Formen der Mietbürgschaft
Von der Elternbürgschaft bis zur Kautionsversicherung.

Privatbürgschaft

Häufigste Form: Eltern bürgen für Kinder (Studenten, Azubis). Auch Partner, Verwandte oder Arbeitgeber kommen als Bürgen infrage. Voraussetzung: ausreichende Bonität des Bürgen.

Bankbürgschaft

Die Hausbank des Mieters stellt eine Bürgschaftsurkunde aus. Vorteil: Hohe Sicherheit für den Vermieter. Nachteil: Kosten für den Mieter (1–5 % p.a. des Bürgschaftsbetrags).

Kautionsversicherung

Ein Versicherer übernimmt die Bürgschaft gegen eine Jahresprämie (ca. 3–5 % der Kautionssumme). Der Mieter muss kein Kapital binden – zahlt aber laufende Prämien.

Selbstschuldnerische Bürgschaft

Der Bürge verzichtet auf die „Einrede der Vorausklage“ – der Vermieter kann direkt den Bürgen in Anspruch nehmen, ohne zuerst den Mieter zu verklagen.

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Rechtliches
Rechtliche Grenzen der Mietbürgschaft
Was erlaubt ist und was nicht.

Kumulierungsverbot (§ 551 Abs. 4 BGB): Kaution + Bürgschaft dürfen zusammen nicht mehr als drei Nettokaltmieten betragen. Hat der Mieter bereits die volle Kaution gezahlt, darf keine zusätzliche Bürgschaft verlangt werden. Ausnahme: Eine freiwillig angebotene Bürgschaft (z. B. von Eltern) darf die Drei-Monats-Grenze überschreiten – ist dann aber auf die Höhe der Mietkaution begrenzt. Schriftform: Die Bürgschaftserklärung muss zwingend schriftlich erfolgen (§ 766 BGB).

Praxis
Mietbürgschaft in der Praxis
Wann eine Bürgschaft sinnvoll ist und wann nicht.

Für Mieter

Die Bürgschaft erhöht Ihre Chancen auf die Wohnung erheblich – besonders als Student, Azubi oder bei befristetem Arbeitsvertrag. Klären Sie mit dem Bürgen vorab die Haftungsgrenzen.

Für Vermieter

Eine Bürgschaft bietet zusätzliche Sicherheit, insbesondere bei Mietern mit geringem Einkommen. Prüfen Sie die Bonität des Bürgen genauso sorgfältig wie die des Mieters.

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Häufige Fragen
FAQ – Bürgschaft
Wie hoch darf eine Mietbürgschaft sein?
Kaution und Bürgschaft zusammen maximal drei Nettokaltmieten. Freiwillige Bürgschaften können darüber hinausgehen.
Muss die Bürgschaft schriftlich sein?
Ja, zwingend schriftlich nach Paragraph 766 BGB. Eine mündliche Bürgschaft ist unwirksam.
Was ist eine selbstschuldnerische Bürgschaft?
Der Bürge kann direkt in Anspruch genommen werden, ohne dass der Vermieter zuerst den Mieter verklagen muss.
Können Eltern als Bürgen einspringen?
Ja, das ist die häufigste Form. Eltern bürgen für studierende oder in Ausbildung befindliche Kinder.
Was passiert, wenn der Bürge zahlen muss?
Der Bürge kann sich das Gezahlte vom Mieter zurückholen, was bei zahlungsunfähigen Mietern aber schwierig sein kann.
Kann eine Bürgschaft widerrufen werden?
Befristete Bürgschaften enden automatisch. Unbefristete können gekündigt werden, bestehende Haftung bleibt.

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HinweisDieser Lexikon-Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.
Quellen: BGB §§ 765–778 (Bürgschaft), § 551 BGB (Mietkaution), Mietrechtsreform, IVD-Richtlinien.
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