Immobilienlexikon

Erbbauzins

Jährliche Kosten für das Erbbaurecht – Höhe, Berechnung und Anpassung.

Der Erbbauzins wird im Erbbaurechtsvertrag festgelegt und ist üblicherweise an einen Index gekoppelt. Er beeinflusst die Finanzierung und den Beleihungswert.

3–5 %/J.Typisch
GrundstückswertBasis
alle 3 J.Anpassung
§ 9a ErbbauRGGrundlage
Definition

Der Erbbauzins ist die jährliche Zahlung, die der Erbbauberechtigte an den Grundstückseigentümer für die Nutzung des Erbbaurechts leistet. Er beträgt typischerweise 3 bis 5 Prozent des Grundstückswerts und kann vertraglich an den Verbraucherpreisindex gekoppelt sein.

Berechnung des Erbbauzinses

Der Erbbauzins berechnet sich als Prozentsatz des Grundstückswerts zum Zeitpunkt der Erbbaurechtsbestellung. Bei einem Grundstückswert von 100.000 Euro und einem Zinssatz von 4 Prozent beträgt der jährliche Erbbauzins 4.000 Euro bzw. rund 333 Euro monatlich.

Anpassung und Erhöhung

Die meisten Erbbaurechtsverträge enthalten Anpassungsklauseln gemäß § 9a ErbbauRG. Der Erbbauzins darf in dem Maß erhöht werden, wie sich die allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnisse verändert haben – typischerweise gemessen am Verbraucherpreisindex. Eine Anpassung ist frühestens alle drei Jahre möglich.

Steuerliche Behandlung

Für den Erbbauberechtigten ist der Erbbauzins als Werbungskosten bei Vermietung oder als Betriebsausgabe absetzbar. Der Grundstückseigentümer muss die Einnahmen als Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung versteuern. Die AfA für das Gebäude kann der Erbbauberechtigte unabhängig vom Erbbauzins geltend machen.

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Erbbauzins bei Kirchen und Kommunen

Kirchliche und kommunale Erbbaurechtsgeber bieten oft günstigere Zinssätze als private. In Rostock vergibt die Stadt Erbbaurechte teils zu sozialverträglichen Konditionen. Kirchliche Stiftungen haben traditionell lange Laufzeiten und moderate Anpassungsklauseln.

Erbbauzins in Rostock

In Rostock liegen die Erbbauzinssätze aktuell zwischen 3 und 5 Prozent. Bei Grundstücken in Warnemünde mit hohen Grundstückswerten kann die jährliche Belastung erheblich sein. Käufer sollten den Erbbauzins immer in die Gesamtkostenrechnung einbeziehen und mit den Kosten eines Grundstückskaufs vergleichen.

Fragen zum Erbbauzins?

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Häufige Fragen
Wie hoch ist ein typischer Erbbauzins?
3 bis 5 Prozent des Grundstückswerts pro Jahr. Bei einem Grundstückswert von 100.000 Euro also 3.000 bis 5.000 Euro jährlich.
Kann der Erbbauzins steigen?
Ja, bei vertraglicher Anpassungsklausel. Die Höhe richtet sich nach dem Verbraucherpreisindex und kann alle drei Jahre angepasst werden.
Ist der Erbbauzins steuerlich absetzbar?
Ja, bei vermieteten Immobilien als Werbungskosten und bei gewerblicher Nutzung als Betriebsausgabe.
Wie vergleiche ich Erbbauzins mit Grundstückskauf?
Rechnen Sie den kumulierten Erbbauzins über die Restlaufzeit und vergleichen Sie mit dem Kaufpreis plus Finanzierungskosten für ein eigenes Grundstück.
Was passiert bei Zahlungsverzug?
Der Erbbaurechtsgeber kann das Erbbaurecht unter bestimmten Voraussetzungen zurückfordern (Heimfall). Das ist im Erbbaurechtsvertrag geregelt.
Zahle ich Erbbauzins zusätzlich zur Grundsteuer?
Ja, der Erbbauzins ist eine separate Zahlung an den Grundstückseigentümer. Die Grundsteuer wird davon unabhängig vom Finanzamt erhoben.

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HinweisDieser Lexikoneintrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Stand: April 2026.
Quellen: Erbbaurechtsgesetz (ErbbauRG) § 9a | BGB | Gutachterausschuss Rostock
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