Immobilienlexikon · Buchstabe G · Grundsteuerreform 2025

Grundsteuerreform 2025 – Hintergrund, Bundesmodell & Auswirkungen in MV

Die Grundsteuerreform war die größte Steuerreform im Immobilienbereich seit Jahrzehnten. Seit dem 01.01.2025 gelten neue Bewertungsregeln für alle Grundstücke in Deutschland. MV wendet das Bundesmodell an – mit spürbaren Verschiebungen bei der Steuerbelastung.

Erfahren Sie, warum die Reform nötig war, wie das neue Bundesmodell funktioniert und was sich für Eigentümer in Rostock ändert. Die Berechnung und Grundsteuer-Grundlagen werden separat erklärt.

BVerfG 2018Urteil
01.01.2025Inkrafttreten
Bundesmodellgilt in MV
~36 Mio.Grundstücke
Definition · Grundsteuerreform 2025

Die Grundsteuerreform 2025 ist die Neuordnung der Grundsteuer-Bewertung infolge des Urteils des Bundesverfassungsgerichts vom 10.04.2018 (1 BvL 11/14). Das Gericht erklärte die veralteten Einheitswerte (West: 1964, Ost: 1935) für verfassungswidrig und setzte eine Frist bis Ende 2024 für eine Neuregelung.

Warum war die Reform nötig?
Die alten Einheitswerte spiegelten die realen Verhältnisse nicht mehr wider.

Veraltete Werte

Im Westen galten Werte von 1964, im Osten von 1935. Grundstücke in gleicher Lage mit gleicher Nutzung konnten völlig unterschiedlich bewertet sein. Das verletzte den Gleichheitsgrundsatz (Art. 3 GG).

BVerfG-Urteil

Das Gericht gab dem Gesetzgeber Zeit bis Ende 2019 für ein neues Gesetz und bis Ende 2024 für die Umsetzung. Das Grundsteuer-Reformgesetz wurde im November 2019 verabschiedet.

Das Bundesmodell
MV wendet das wertabhängige Bundesmodell an – kein eigenes Ländermodell.

Bewertungsfaktoren

Grundstücksfläche, Bodenrichtwert, Gebäudeart, Baujahr, Wohnfläche und statistische Nettokaltmiete. Diese Faktoren fließen in die Berechnung des Grundsteuerwerts ein.

Aufkommensneutralität

Ziel: Das Gesamtaufkommen soll gleich bleiben. Die Gemeinden passen ihre Hebesätze an. In der Praxis gibt es aber Gewinner und Verlierer – je nach Lage und Grundstücksart.

Auswirkungen in Mecklenburg-Vorpommern
Die Reform verschiebt die Belastung – nicht jeder zahlt mehr, aber viele anders.

Gewinner & Verlierer

Eigentümer in einfachen Lagen mit niedrigen Bodenrichtwerten profitieren oft. In guten Lagen mit hohen Bodenrichtwerten (z.B. Warnemünde, Stadtmitte) kann die Steuer steigen.

Hebesatzanpassung

Rostock hat den Hebesatz auf 484 % angepasst. Trotzdem gibt es Verschiebungen: Wohnimmobilien in Top-Lagen zahlen tendenziell mehr, Gewerbeimmobilien und einfache Lagen weniger.

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Häufige Fragen – Grundsteuerreform 2025
Warum wurde die Grundsteuer reformiert?
Das Bundesverfassungsgericht erklärte 2018 die veralteten Einheitswerte (1935/1964) für verfassungswidrig. Die Neubewertung galt ab 01.01.2025.
Gilt in MV das Bundesmodell?
Ja, MV hat kein eigenes Ländermodell entwickelt und wendet das wertabhängige Bundesmodell an.
Zahle ich jetzt mehr Grundsteuer?
Das hängt von Lage, Bodenrichtwert und Hebesatz ab. In Top-Lagen kann die Belastung steigen, in einfachen Lagen sinken.
Was muss ich als Eigentümer tun?
Die Feststellungserklärung musste bis 31.01.2023 abgegeben werden. Jetzt: Grundsteuerwertbescheid und Messbescheid prüfen, ggf. Einspruch einlegen.
Kann ich Einspruch einlegen?
Ja, gegen Grundsteuerwert- und Messbescheid beim Finanzamt innerhalb eines Monats nach Zustellung.

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HinweisDieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Steuerberatung. Bescheide individuell prüfen lassen.
Quellen: BVerfG 1 BvL 11/14, GrStRefG, BewG, Finanzverwaltung MV.
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