Ratgeber • Kapitalanlage Immobilie • Rostock • Mecklenburg-Vorpommern

Kapitalanlage Immobilie in Rostock – Standort, Rendite & Praxis

Rostock als Investmentstandort: Was spricht dafür, was dagegen – und worauf erfahrene Anleger achten, bevor sie ein Angebot unterschreiben. Keine Rendite-Versprechen, sondern regionale Einordnung.

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Hinweis: Keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Renditeangaben sind allgemeine Orientierung – keine Prognose oder Zusicherung. Jede Investition hängt am konkreten Objekt, der Finanzierung und an Faktoren, die niemand vorhersagen kann. Dieser Ratgeber ersetzt keinen Steuerberater.

Rostock als Investmentstandort – nüchtern betrachtet

Rostock ist die größte Stadt Mecklenburg-Vorpommerns. Rund 210.000 Einwohner, Universität, Hafen, Ostsee, wachsende Wirtschaft. Die Standortfaktoren sind solide – das ist kein Hype-Markt wie Berlin oder München, aber auch kein Abwanderungsgebiet.

Was für Rostock spricht

Stabile bis leicht wachsende Bevölkerung. Universität sorgt für Nachfrage (Studenten, Mitarbeiter). Hafen- und Tourismuswirtschaft. Vergleichsweise moderate Preise bei ordentlicher Mietnachfrage. Infrastruktur (A19/A20, Bahn, Fähren) gut angebunden.

Was man ehrlich sagen muss

Kein Selbstläufer: Nicht jeder Stadtteil wächst. Leerstand existiert punktuell. Sanierungsbedarf bei Altbestand teils erheblich. Instandhaltungskosten (Küste = Witterung) nicht unterschätzen. Die „Rendite auf dem Papier" ist nicht die Rendite im Portemonnaie.

Fazit: Rostock eignet sich für Anleger, die solide Mieteinnahmen suchen, regionale Risiken verstehen und nicht auf den schnellen Wertzuwachs spekulieren. Wer Substanz statt Story kaufen will, ist hier richtig aufgehoben.

Renditelogik – was wirklich zählt

„Rendite" wird in Immobilienanzeigen gern als Verkaufsargument genutzt. In der Praxis entscheidet nicht der Brutto-Faktor auf dem Exposé, sondern was nach Kosten, Instandhaltung und Steuern übrig bleibt.

Brutto-Rendite vs. Netto-Rendite – der entscheidende Unterschied

Brutto-Rendite: Jahresnettokaltmiete / Kaufpreis × 100. Klingt gut – ignoriert aber alles, was Geld kostet.

Netto-Rendite: Berücksichtigt nicht-umlagefähige Nebenkosten, Instandhaltungsrücklage, Verwaltung, Leerstandsrisiko und Erwerbsnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Makler). Das ist die Zahl, die zählt.

Faustformel: Zwischen Brutto und Netto liegen häufig 1,5–2,5 Prozentpunkte. Wer nur Brutto rechnet, kauft blind.

Praxis-Tipp: Lassen Sie sich vom Verkäufer (oder dessen Makler) immer die vollständige Mietenübersicht zeigen – inklusive Ist-Miete vs. Soll-Miete, Leerstand, Mietrückstände und geplante/beschlossene Maßnahmen. Wenn das nicht vorliegt: Vorsicht.

Stadtteile für Anleger – nicht jeder funktioniert gleich

Rostock hat 21 Stadtteile und weitere Quartiere – mit sehr unterschiedlichen Mietnachfragen, Mietpreisniveaus und Zukunftsperspektiven. Hier eine grobe Einordnung (keine Preise, nur Tendenzen):

Hohe Nachfrage, wenig Angebot

KTV (Kröpeliner-Tor-Vorstadt), Stadtmitte, Warnemünde. Typisch: niedrige Leerstände, höheres Preisniveau, weniger Objekte auf dem Markt. Für Anleger: stabile Mieter, aber höherer Einstiegspreis → Rendite oft niedriger.

Solide Nachfrage, realistisch bepreist

Reutershagen, Südstadt, Hansaviertel, Gehlsdorf, Biestow. Typisch: breite Nachfrage (Familien, Berufstätige), gute Anbindung, moderate Preise. Für Anleger: oft das interessanteste Segment.

Chance mit Risiko

Dierkow, Toitenwinkel, Evershagen, Lichtenhagen, Groß Klein. Typisch: niedrigere Einstiegspreise, höheres Leerstandsrisiko, stärkerer Verwaltungsaufwand. Für Anleger: nur wenn man die Mikrolage kennt und Verwaltung aktiv steuert.

Merksatz: Rendite auf dem Papier und Rendite in der Praxis sind verschiedene Dinge. Ein stabiler Stadtteil mit niedrigerer Brutto-Rendite kann am Ende profitabler sein als ein „günstiger" Stadtteil mit Leerstand und Ärger.

Vermietet kaufen vs. leer kaufen

Vermietet kaufen

Vorteil: Sofort Mieteinnahmen, Cashflow ab Tag 1, Mieterhistorie einsehbar.

Nachteil: Mietvertrag übernehmen (Kauf bricht nicht Miete), ggf. unter Marktmiete, wenig Gestaltungsspielraum bei Altverträgen.

Prüfpunkte: Mietvertrag, Miethistorie, Nebenkosten, Zustand der Wohnung (Besichtigung oft nur eingeschränkt möglich).

Leer kaufen

Vorteil: Zustand sauber prüfbar, Miete frei festlegen, Renovierung/Modernisierung vor Vermietung möglich.

Nachteil: Kein Cashflow bis Vermietung, Investition in Herrichtung, Vermietungsrisiko.

Prüfpunkte: Zustand realistisch einschätzen, Kosten für Herrichtung kalkulieren, Zielgruppe definieren.

Typische Fehler bei Anlageimmobilien

5 Fehler, die Geld kosten

1. Nur auf Brutto-Rendite schauen. Wer Instandhaltung, Verwaltung, Leerstand und Steuern ignoriert, kauft eine Illusion.

2. Zustand unterschätzen. „Optisch okay" heißt nicht „technisch okay". Heizung, Leitungen, Dach, Fassade – das sind die teuren Überraschungen.

3. Mietverträge nicht lesen. Altverträge, Staffeln, Indexierungen, Kündigungsfristen, Sondervereinbarungen – das steht alles im Vertrag. Und wenn es dort nicht steht, ist das auch eine Information.

4. Finanzierung zu eng schnüren. Wenn jeder Euro Miete für die Rate gebraucht wird, reicht ein Monat Leerstand für Stress. Puffer einplanen.

5. Standort nicht kennen. „Rostock" ist kein homogener Markt. Zwischen Warnemünde und Dierkow-Neu liegen Welten – in Nachfrage, Zielgruppe und Risiko.

Steuer-Basics für Anleger – Kurzversion

Hinweis: Keine Steuerberatung. Die folgenden Punkte sind allgemeine Orientierung. Für Ihren konkreten Fall: Steuerberater.

AfA (Absetzung für Abnutzung)

Der Gebäudeanteil (nicht Grundstück) kann steuerlich abgeschrieben werden. Standard bei Wohngebäuden nach 1925: 2 % pro Jahr auf 50 Jahre. Bei älteren Gebäuden oder bestimmten Sanierungen gelten andere Sätze.

Werbungskosten

Zinsen, Verwaltung, Instandhaltung, Fahrtkosten – vieles ist absetzbar. Aber nur, wenn Vermietungsabsicht nachweisbar ist.

Spekulationssteuer

Wer innerhalb von 10 Jahren nach Kauf wieder verkauft (ohne Eigennutzung), zahlt Einkommensteuer auf den Gewinn.

Grunderwerbsteuer MV: 6 %

Höher als in den meisten Bundesländern. Das fließt direkt in die Renditeberechnung ein.

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Ob Wohnung, MFH oder Grundstück: Wir ordnen Lage, Substanz, Mieten und Risiken ein – ohne Prognosen, aber mit regionaler Erfahrung.

Erstgespräch anfragen

Häufige Fragen: Kapitalanlage Immobilie Rostock

Lohnt sich eine Immobilie als Kapitalanlage in Rostock?

Das hängt von Objekt, Lage, Finanzierung und Ihren Erwartungen ab. Rostock bietet stabile Mietnachfrage und moderate Preise – aber kein garantiertes Renditeversprechen. Entscheidend ist die Rechnung nach Kosten, nicht vor Kosten.

Welche Rendite kann ich in Rostock erwarten?

Brutto-Renditen bewegen sich je nach Stadtteil und Objektart unterschiedlich. Entscheidend ist die Netto-Rendite nach Abzug aller Kosten (Verwaltung, Instandhaltung, Leerstand, Steuern). Pauschale Angaben sind unseriös – die Rechnung muss am konkreten Objekt stimmen.

In welchem Stadtteil von Rostock sollte ich investieren?

Das hängt von Ihrer Risikotoleranz und Ihrem Investmentziel ab. Zentrale Lagen (KTV, Stadtmitte) bieten Stabilität bei niedrigerer Rendite. Randlagen bieten höhere Einstiegsrenditen, aber mehr Verwaltungsaufwand und Leerstandsrisiko. Wir beraten standortbezogen.

Was muss ich bei vermieteten Wohnungen beachten?

Mietvertrag prüfen (Laufzeit, Miethöhe, Staffel/Index, Kündigungsfristen), Ist-Miete vs. Marktmiete vergleichen, Zustand der Wohnung (soweit zugänglich) beurteilen, und bei Eigentumswohnungen: WEG-Unterlagen (Protokolle, Rücklagen, Beschlüsse) gründlich lesen.

Welche Steuern fallen bei Anlageimmobilien an?

Mieteinnahmen sind einkommensteuerpflichtig. Dagegen stehen Abschreibung (AfA) und Werbungskosten. Beim Verkauf innerhalb von 10 Jahren fällt ggf. Spekulationssteuer an. Die Grunderwerbsteuer in MV beträgt aktuell 6 %. Details: Steuerberater.

Hinweis: Alle Angaben ohne Gewähr. Keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung. Renditeangaben sind allgemeine Orientierung und hängen von Objekt, Finanzierung und Marktentwicklung ab. Für steuerliche Fragen ist der Steuerberater zuständig.